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Der Fisch - Ein Geheimcode der Christen

Der Fisch ist ein Symbol, mit dem Christen seit dem 2. Jahrhundert auf das eigene Christsein hinweisen. Die griechischen Buchstaben des Wortes „Fisch“ (ichthys) ergeben die Anfangsbuchstaben des deutschen Satzes „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“.

 

Ursprünglich war der Fisch ein geheimes Erkennungszeichen. Die Christinnen und Christen wurden im römischen Reich mehrfach verfolgt, weil sie sich nicht zum Kaiser als „Herr und Gott“ bekennen konn-ten: Der römische Kaiserkult war mit ihrem Glauben an den wahren Gott nicht kompatibel. In dieser bedrängten Lage machte es Sinn, Zeichen wie den Fisch zu haben. Er signalisierte: Ich gehöre dazu, wir gehören zusammen.

 

Als im Jahre 313 der christliche Glaube zur erlaubten und später sogar zur Staatsreligion wurde, waren keine Geheimzeichen mehr nötig. Das Kreuz wurde zum zentralen Symbol.

 

Der Fisch taucht in der Bibel immer wieder auf:

  • Die Jona-Geschichte dürfte die bekannteste Fischgeschichte im Alten Testament sein (Jona 2,1–11). Das Neue Testament bezieht sich symbolisch auf diese Geschichte (Matthäus 12,40): „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn (Christus) drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.“
  • Der „Fischzug des Petrus“ ist wohl die berühmteste Fischgeschichte im Neuen Testament (Matthäus 4,18–22; Markus 1,16–20; Lukas 5,1–11).
  • Auch die „Speisung der 5000“ mit fünf Broten und zwei Fischen ist bekannt, sie verweist auf das Teilen im Abendmahl (Matthäus 14,13–21; Markus 6,30–44; Lukas 9,10–17; Johannes 6,1–15).
  • Eine schmackhafte Fischgeschichte findet sich am Ende des Johannesevangeliums: Der auferstandene Jesus verhilft seinen Freunden erneut zu einem wunderbaren Fischfang und bereitet ihnen ein Mahl mit Brot und Fischen (Johannesevangelium 21,1–14; vgl. Lukas 5,1–11).

 

Weniger bekannt ist, dass der Fisch in frühchristlicher Zeit Christus bei der Taufe symbolisierte. Der Vorsteher der Gemeinde bat darum, dass Christus als unsichtbarer Fisch im Taufwasser gegenwärtig sein und ewiges Leben schenken möge. Ein in alte Taufbecken eingegrabener Fisch erinnert daran.

 Nicht nur die frühen Christen setzten mit dem Fisch ein Zeichen. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurdeder Fisch-Aufkleber am eigenen PKW immer beliebter. Mit seinem Auftauchen bei der Kirchenvorstandswahl bekommt er die volkskirchliche Weite, die er von Anfang an hatte. Dieses Symbol besagt ohne Worte: Wir sind miteinander – am Ort, in der Region, weltweit – durch den Glauben vernetzt. Wir haben einen Sinn fürs Ganze.

 

Dieses Netzwerk braucht kompetente Leitung. Der Kirchenvorstand ist das Leitungsgremium der Gemeinde vor Ort. Mit der Kirchenvorstandswahl wird ein Hoffnungszeichen gesetzt. Das symbolisiert das Wahlkreuz im Logo, das auf unsere Botschaft verweist, die wir den Menschen weitersagen sollen.

 

(Quelle: Unterwegs zur Wahl I, Amt für Gemeindedienst Nürnberg)

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