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Konfikurs auf neuen Wegen

Schon seit mehreren Jahren beschäftigen sich verschiedene Gemeinden des Pfarr­kapitels München-West mit einem neuen Modell für den Konfirmandenunterricht. Das bisherige Konzept hat in mehrfacher Hinsicht ausgedient: Durch die auf acht Jahre verkürzte Gymnasialzeit und den Nachmittagsunterricht, wie er inzwischen auch an anderen Schularten Einstand hielt, wurde der wöchentliche Konfiunterricht mehr und mehr zur Last für die Konfirmanden wie auch für die, die ihn erteilen. 

Zudem entsprach das bisherige Modell nicht mehr dem heutigen Zeitgeist. Methoden und Medien haben sich geändert, Arbeitsweisen mit entsprechenden Lern- und Aufenthaltsorten sind ansprechender und erfolgsintensiver als der traditionelle „Frontalunterricht“. Einige Nachbar­gemeinden veranstalteten schon seit geraumer Zeit ein mehrtägiges „Konficamp“ an der Adria in Italien. Für andere Gemeinden war dieses Modell zwar reizvoll, scheiterte aber letztlich an der Terminfrage in den Sommerferien. Hätte es doch zusätzlichen Planungsaufwand für die betreffenden Familien, die Hauptamtlichen, Ehrenamt­lichen und Jugendleiter bedeutet.

Nach zahlreichen Zusammenkünften aller Beteiligten, vielen Vorschlägen und langen Diskussionen, wurde ein neues Konzept des Konficamps entwickelt, das auch in unserer Gemeinde entscheidende Änderungen in der Konzeption des Konfikurses brachte. Der Kirchenvorstand begrüßte das neue Konzept und stimmte auch dem Wunsch der Hauptamtlichen zu, die zur Verfügung stehende Arbeitszeit vermehrt auf die Planung des „KonfiCamps“ zu verwenden.

 

Das KonfiCamp

Den Auftakt des neu gestalteten Konfikurses bildet nunmehr der Einführungsgottesdienst im Juli. Die neuen Konfis werden begrüßt und von den „Ehemaligen“ mit wichtigsten Hilfsmitteln ausgestattet: dem Gesangbuch und der Bibel. Die größte Neuerung ist jedoch das Konficamp:

Mehr als 60 Konfirmandinnen und Konfirmanden der Himmelfahrtskirche Pasing reisten gemeinsam mit den Konfis aus den Nachbargemeinden „Simeon“ und der „Reformations-Gedächtnis-Kirche“, begleitet von 15 Betreuern, Haupt- und Ehrenamtlichen, zum fünftägigen Camp auf den Willi-Brand-Zeltplatz nach Reinwarzhofen im Altmühltal.

Neben so genannten „Gemeindezeiten“, in denen jede Gruppe ihr eigenes Programm hatte, gab es auch gemeinsame Zeiten aller Konfis miteinander. Das Camp der Himmelfahrtskirche stand unter dem Thema der Jahreslosung: „Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“ In den Gemeindezeiten bearbeiteten wir in Teams das umfangreiche Thema „Gottesdienst“. Die Teams entwickelten einen unbeschreiblichen Eifer, sogar in der Mittagspause arbeiteten sie freiwillig weiter! Bei den Spielen im Freien, am Lagerfeuer, bei einer Party, wie auch besonders beim gemeinsamen Abschluss­gottesdienst mit Feier des Abendmahls, konnten alle über den gemeindlichen Tellerrand hinausschauen.

Die meisten erlebten das wunderbare Gefühl des Christseins in einer bunten großen Gemeinschaft. Dank des großen Engagements der Jugendleiter unter der Leitung unserer Diakonin, ein durch und durch gelungenes Camp.

Den zweiten Baustein „Konfi-Freizeit“ erlebten wir ein Wochenende lang in Aschau im Chiemgau. Wir bearbeiteten die Themen „Taufe“ und „10 Gebote“. Außerdem wurden die Gemeindepraktika vorgestellt.

Den dritten Baustein bildeten zwei Konfi­tage, je einer im Januar und im April. Im Januar stand das Abendmahl im Mittelpunkt, das am Ende festlich gefeiert wurde. Beim zweiten Konfitag spielte die nahende Konfirmation eine wichtige Rolle: Neben einer Kirchenführung, der Diskussion um die Bedeutung der Beichte und dem Gespräch über Praktika wurden die Tauf­kerzen gebastelt und die Konfisprüche ausgesucht.

Baustein Nummer vier waren die bis zu sieben Treffen, in denen die Konfis ihre Vorstellungsgottesdienste vorbereiteten. 

 

Fortsetzung folgt

Neben diesen vier Bausteinen leisteten die Konfirmanden ihr Gemeindepraktikum ab. Zudem sollten sie 12 Gottesdienste besuchen, was sie in kleinen Grüppchen gerne wahrnahmen.

Den Abschluss der Konfi-Zeit bilden das Versöhnungsfest am Vorabend der Konfirmation und der Festgottesdienst. Den „freien Montag“ danach nutzten wir zu einer Dampferfahrt auf dem Ammersee. 

Gerne und ein bisschen wehmütig blicken wir auf die vergangenen Monate zurück. Sie waren für alle eine erlebnisreiche Zeit!

In großer Vorfreude auf den neuen Konfikurs, dem sich dann auch die Gemeinden „Zachäus“ und „Dietrich-Bonhoeffer“ anschließen werden:

[Pfarrer Heiner Glückschalt]

 

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